Bodenaufbau beim Gartenhaus

Der Unterbau ist bei einem Gartenhaus – wie bei jedem anderen Haus – der Teil, der für die spätere Stabilität und Langlebigkeit entscheidend ist.

Bei Gartenhäusern, in denen du dich später mal für längere Zeit aufhalten möchtest, sei es zum Pikieren der Keimlinge, weil du es als Werkstatt nutzt oder vielleicht sogar als Gästewohnung im Garten, ist es auch günstig, wenn der Bodenaufbau das Gartenhaus nicht nur von unten vor Nässe schützt, sondern auch wärmeisoliert ist.

Der Bodenaufbau beim Gartenhaus besteht aus den Komponenten:

  • stabiles Fundament
  • Unterbau, unter Umständen mit Isolierung
  • Boden, eventuell mit Bodenbelag.

Die Funktionen, die der Unterbau erfüllt sind:

  1. Schutz vor Bodenfeuchtigkeit
  2. Dauerhaft stabiler Stand auch bei vielleicht stärkerer Bodenbelastung
  3. Unterlüftung des Bodens
  4. Grundlage des akkuraten, stabilen und dauerhaften Aufbaus für das gesamte Gartenhaus.

Ein passendes Fundament ist vor allem trocken

Die einfachste Art, an ein Gartenhaus zu kommen, ist eine Bestellung im Internet. Du findest dort eine Riesenauswahl an bewährten, stabilen und preiswerten Modellen in verschiedenen Stilen, Größen und für verschiedene Zwecke entworfen.

Es ist kein Problem, aus den exakt zugesägten Einzelteilen dein Gartenhaus zusammen zu bauen. Die Arbeit, die du dir während der Wartezeit auf die Lieferung machen solltest, ist die Vorbereitung eines guten Fundamentes.

Als Standort für das Gartenhaus solltest du eine eher trockene Stelle im Garten ausgewählt haben. Oft sind das Stellen, die etwas erhöht liegen. Dort ist es am einfachsten, die Bodenfeuchtigkeit zuverlässig vom Holzunterbau fernzuhalten.

Wenn du keine wirklich trockene Stelle im Garten hast, kannst du einen Bereich ausheben, mit Kies oder Schotter auffüllen und von dort einen Abfluss, eine Drainage für das Wasser in ein tiefergelegenes Gebiet graben. Dieser Graben hat unten Drainagerohre und wird auch mit Kies oder Schotter gefüllt, so dass sich die Rohre nicht mit Erde zusetzen.

Ein gutes Fundament muss nicht schwierig zu bauen sein

Es gibt tatsächlich viele Optionen für Fundamente, die die erforderliche stabile Grundlage für den Bodenaufbau beim Gartenhaus bieten können. Welche du wählst, ist unter anderem davon abhängig, wie stabil oder fest dein Boden ist.

  1. Bausteine oder anpassbare Sockel im Kiesbett
  2. Wegplatten
  3. Fundamentschrauben
  4. Betonpfeilerfundament
  5. Plattenfundament
  6. Streifenfundament.

Schauen wir uns diese Optionen kurz einzeln an:

1. Bausteine oder anpassbare Sockel im Kiesbett

Wie oben schon beschrieben, hebst du eine flache Grube aus, die vielleicht auch 20 bis 40 cm über die Umrisse des Gartenhauses hinaus reicht. Dort kommt eine Folie als Wuchsstopp hinein, darüber eine Sauberkeitsschicht aus Sand oder feinem Schotter, darüber dann Kies oder grober Schotter.

Das Ganze sollte oben schön horizontal sein, der Grund mit der Folie kann aber auch durchaus 1-3% Gefälle in Richtung des erwünschten Abflusses für Oberflächenwasser bei starkem Regen haben. Oder gegebenenfalls Gefälle in Richtung des ableitenden Drainagerohres.

Im Grundriss für dein Gartenhaus wirst du die Stellen markiert finden, an denen der Unterboden aufliegen sollte. An diesen Stellen platzierst du nun Bausteine, so dass sie genau waagerecht zueinander liegen und auch so, dass der Unterboden später genau mit rechten Winkeln ausgelegt werden kann.

So sichert ein exakt ausgeführter Bodenaufbau dem Gartenhaus später die Stabilität und das genaue Zusammenpassen aller vorfabrizierten Teile.

Für eine leichtere Höheneinstellung kannst du auch anpassbare Sockel kaufen oder die Lage der Fundamentbalken mit Schichten von Bitumen anpassen. Bitumen zwischen dem Fundament und dem Fundamentholz ist immer das Mittel der Wahl um gegen Bodenfeuchtigkeit abzudichten.

2. Gehwegplatten

Der einzige Unterschied zu Option 1 ist hier, dass statt der obersten Kies- oder Schotterschicht Gehwegplatten auf Sand verlegt werden.

3. Fundamentschrauben

Eine Fundamentschraube kostet 35 – 40 Euro. Sie wird etwa 60 bis 90 cm tief in den Boden geschraubt. Das stabile U-Profil oben nimmt den Balken zum Schrauben auf und später dann den Fundamentbalken. Hier kannst du größere Abstände zum Boden realisieren und dir so ein Kiesbett oder Drainage unter Umständen sparen. Auch eine Kombination von Kiesbett oder Gehwegplatten mit Fundamentschrauben ist möglich.

4. Betonpfeilerfundament

Noch größeren Spielraum für Bodenabstand oder auch verschiedene Abstände etwa auf abschüssigem Gelände bietet das Betonpfeilerfundament. Du brauchst allerdings einen Schneckenbohrer, mit dem du dann PVC Rohre mit einem Durchmesser zwischen 15 – 20cm 50 bis 60cm tief im Boden versenken kannst. Diese werden dann mit Beton ausgegossen. Auch eine Armierung mit Baustahl in der Mitte ist möglich. 

5. Plattenfundament

Ein Plattenfundament ist sicher die stabilste Option, geeignet auch für große Blockhäuser, aber auch die arbeitsaufwendigste. Hier gießt du eine ganze Betonplatte, möglicherweise mit einer Baustahlmatte als Armierung und sorgfältig geschalt, so dass sie etwas über der umgebenden Erdoberfläche liegt.

6. Streifenfundament

Auch das Streifenfundament ist sehr stabil und als Fundament für möglicherweise instabile Böden geeignet. Es werden Gräben ausgehoben und mit Beton gefüllt, die entweder unter den Seitenwänden oder in Abständen quer zu den Fundamentbalken liegen und diesen Halt geben. Der weitere Bodenaufbau für das Gartenhaus erfolgt dann auf diesen Fundamentbalken.

Wähle das richtige Fundament

Für ein kleines Gartenhaus auf recht stabilem Boden sind die Fundamente 1-4 gut geeignet. Für ein größeres, bewohnbares Gartenhaus oder auf sandigen oder sonst instabilen Böden sind die stabileren Platten- oder Streifenfundamente vielleicht besser.

Wenn der Boden stabil und relativ trocken ist, reicht es für ein kleines Gartenhaus auch, einfach eine Fläche von Bewuchs zu befreien und den Unterbau auf Bausteine zu setzen. In dem Fall solltest du aber dann schon darüber nachdenken, dein Gartenhaus mit Sturmankern vor dem Umkippen bei schweren Stürmen zu schützen.

Der Bodenaufbau beim Gartenhaus – Folge deinem Aufbauplan

Der weitere Bodenaufbau für das Gartenhaus ist individuell, so wie das Gartenhaus selber.

In vielen Fällen, gerade beim professionellen Blockbohlenbau, bei dem die Wände aus horizontal aufeinander verbundenen, dicken Holzbohlen bestehen, werden zunächst die Wände auf den exakt ausgerichteten am Fundament verschraubten Fundamentbalken aufgebaut und der Boden mit einer eventuellen Isolierung darunter erst als Letztes verlegt. Andere Baupläne sehen einen Bodenaufbau als Grundlage für die Wände sowie die Bodenkonstruktion vor.

Wenn du dein Gartenhaus selbst baust, dann plane nicht nur die einzelnen Schritte, sondern auch deren Reihenfolge möglichst detailliert voraus.

Ein vorgefertigtes Gartenhaus bekommst du in nummerierten Teilen mit einer genauen Aufbauanleitung geliefert. Dort sind bei guten Herstellern auch optional Isolierungskits für Böden und Dächer mit enthalten.

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2 Kommentare

  1. Vielen Dank für einen informativen Beitrag zum Bodenaufbau beim Gartenhaus. Ein guter Tipp ist eine Drainage zu verlegen. Wir haben einen schweren Boden, daher werde ich mich auch den Anschluss der Gartendrainage an die Regenwasserentwässerung des Grundstücks überlegen. Weiß nicht, wie viel Kies und Schotter wir dafür gebrachen werden.

  2. Welchen Unterschied gibt es zwischen Betonpfeilerfundament und Streifenfundament? Mache mir Gedanken darüber. Für ein Gartenhaus kann doch eines davon ausreichend sein. Für den Tipp zur Drainage danke! Den ziehe ich in Einsatz.

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