Tiny House – alle wichtigen Informationen

Tiny House

Der Trend geht weiter – immer mehr Menschen wünschen sich ein Leben auf kleinen Raum. Das hat nichts mit Armut zu tun. Diese Personen entscheiden sich bewusst dafür, das eigene Hab und Gut zu verkleinern und nur mehr das zu besitzen, was sie wirklich brauchen. Das sogenannte Tiny House bietet eine optimale Lösung für Personen, die wenig Raum zum Leben brauchen, gerne in der Natur sind und sich auf das Wesentliche im Leben fokussieren möchten. 

Dadurch, dass immer mehr Anbieter dazu kommen und sich bereits kleine Dörfer mit Tiny Houses bilden, ist jetzt der richtige Zeitpunkt sich über die kleinen Häuser zu informieren. 

Was ist ein Tiny House?

Der Name kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie „winziges Haus“. Der Trend kommt aus den USA und schwappte in den letzten Jahren immer mehr nach Europa. Hierzulande werden damit kleine Häuser bezeichnet, die auf Rädern gebaut werden. Doch es gibt auch jene Tiny Houses, die direkt auf dem Boden errichtet sind. Je nachdem, ob du mit dem Tiny House reisen möchtest oder nicht, musst du dich für eine Variante entscheiden. Die etwas größeren und stationären Häuser werden auch gerne als Minihaus oder Singlehaus bezeichnet. Im Umgangssprachlichen gibt es aber selten eine klare Grenze zwischen Tiny House und Minihaus. 

Was sind Tiny House Eigenschaften?

Das offensichtlichste Merkmal des Tiny Houses ist wohl seine Größe. Diese hängt zwar immer vom Wunsch des Besitzers ab, aber meistens bleibt die Gesamtfläche unter 15 qm. Auch, wenn diese Fläche unmöglich klein erscheint, hat hier alles Platz, was es zum einfachen Leben braucht. Neben einer Schlafebene gibt es auch eine Kochnische, ein Bad, einen Wohnbereich und genügend Stauraum für die wichtigsten Dinge. Im Grunde zeichnet sich das Kleinsthaus durch die Größe und die Einfachheit aus. 

Wer mit der gesamten Familie im Tiny House lebt, der kann auch eine größere Fläche wählen. Hier bezeichnet man auch 40 qm immer noch als Tiny House. 

Darf jeder ein Tiny House errichten?

Bevor du dich für ein Tiny House entscheidest, solltest du dir unbedingt die geltenden Gesetze durchlesen. Hier ist es zudem von großer Bedeutung, dass du die lokalen Rechte und Pflichten durchsiehst. Es könnte durchaus vorkommen, dass sich die Vorschriften von Bundesland zu Bundesland ändern. 

Im nachfolgenden Abschnitt findest du die wichtigsten Punkte, die du vor dem Erwerb oder Bau des Tiny Houses berücksichtigen solltest. 

Wo darfst du dein Tiny House bauen?

Eine der wichtigsten Fragen, die Tiny House Besitzer beschäftigt, sind die aktuellen Gesetze über die Stellplätze für das Minihaus. Bevor du dich mit der Frage nach dem passenden Tiny House Modell beschäftigst, solltest du ein passendes Grundstück zum Abstellen finden. Experten raten vor dem Bau die entsprechenden baurechtlichen Vorgaben des jeweiligen Grundstücks zu kennen. Nur so kann man sicherstellen, dass keine Gesetze verletzt und das Tiny House nach den gültigen Richtlinien gebaut werden kann. 

So besagt das deutsche Gesetz beispielsweise, dass das Bauen im Außenbereich verboten ist. Die einzige Ausnahme ist das sogenannte „privilegierte Bauen“. Dieses Gesetz kann nur dann angewendet werden, wenn der Bauherr selbst ein Forst- oder Landwirt ist, der für den eigenen Betrieb (zur gartenbaulichen Erzeugung, für die öffentliche Versorgung mit Energie, Strom usw. oder zu Forschungszwecken für Wind- und Wasserenergie dient), zusätzlichen Wohnraum benötigt. Das wird aber in den seltensten Fällen zutreffen. 

Anders schaut es in den Innenbereichen aus. Hier dürfen im Normalfall Tiny Houses erbaut werden. Hier ist wichtig, dass sich die Nutzung und die Bauweise in die nähere Umgebung einfügt und alles gut erschlossen ist. Zudem darf auch das Ortsbild durch den Bau des Tiny Houses nicht zerstört werden. 

Wer das Tiny House im Innenbereich bauen möchte, muss auf die Erschließung an das öffentliche Straßennetz sowie den Anschluss an das öffentliche Wasser- und Elektrizitätsnetz achten. 

In diesem Zusammenhang gilt die Baunutzungsverordnung, die regelt, welche Bauten auf bestimmten Grundstücken errichtet werden dürfen oder nicht. Weitere Informationen erhalten Neugierige hier: https://www.gesetze-im-internet.de/baunvo/index.html.

Grundsätzlich gilt, dass ein Tiny House nicht einfach auf den eigenen Grund gestellt und dort gelebt werden darf. 

In Deutschland ist es so, dass jedes (auch kleine) Haus genehmigungspflichtig ist. So solltest du vor dem Erwerb des Tiny Houses unbedingt ins Bauamt der zuständigen Gemeinde gehen und dort nach allen wichtigen Informationen fragen. In den meisten Fällen muss nämlich ein Bauantrag gestellt werden. All die dazu gehörigen Formulare und Vorschriften müssen vor Ort abgeklärt werden. 

Mit dem Tiny House auf der Straße

Entscheidest du dich dafür, mit dem Tiny House zu reisen, dann solltest du dich über die Straßenzulassung informieren. Dadurch, dass ein Tiny House auf Rädern als Fahrzeug eingestuft wird, gilt auch für die mobilen Häuser die Straßenverkehrsordnung. 

Das Tiny House darf somit nicht höher als 4 Meter und nicht breiter als 2,55 Meter sein. Zudem sollte auch auf das Gewicht geachtet werden. Normale PKWs dürfen ein Gewicht von 3,5 Tonnen mit sich ziehen. Alles darüber braucht eine Sondergenehmigung. Wenn du also mobil sein möchtest, dann solltest du unter den 3,5 Tonnen bleiben. 

Was muss beim Bau eines Tiny Houses sonst noch beachtet werden?

Nachdem du all die gesetzlichen Vorschriften geklärt hast und du nun entschieden hast, ob du ein fest verankertes (mit Baugenehmigung) oder ein mobiles (am besten unter 3,5 Tonnen) Tiny House haben möchtest, kommt die Gestaltung dran. 

Die Möglichkeiten, das eigene Tiny House zu gestalten, sind vielfältig. Es gibt mittlerweile viele Anbieter, die tolle Häuser errichten und auf die persönlichen Wünsche eingehen. So stehen für viele Personen die nachhaltigen Aspekte (wie Solarzellen, eigenen Wasserspeicher usw.) an oberster Stelle, während für andere wiederum die Einrichtung ganz wichtig ist. 

Gemeinsam mit einem Tiny House Anbieter kannst du alle wichtigen Aspekte klären. Auch, wenn das Haus klein ist, braucht es viel Planung, um alle wichtigen Dinge unterzubringen. Neben Heizung, Warmwasser, Stauraum spielt natürlich auch der Außenbereich eine Rolle. Eine Veranda ist typisch für Tiny Houses und ermöglicht es den Besitzern, auch draußen zu verweilen. 

Zudem müssen auch folgende Fragen geklärt werden:

  • Soll der Schlafboden hoch gelegen sein?
  • Wie sollen die hohen Schränke erreicht werden?
  • Hast du alle Geräte (Mixer, Kaffeemaschine usw.) in deiner Küche Platz?
  • Wie viel Stauraum braucht es wirklich?
  • Soll das Tiny House eine Dusche oder Badewanne haben?
  • Wie möchtest du das Haus abdichten?
  • Wie soll das Projekt finanziert werden (Kredit, Eigenkapital)?

Fazit!

Bevor du mit dem Projekt Tiny House startest, solltest du dir in erster Linie klar werden, ob du mobil sein möchtest oder nicht. So müssen entweder die Bauvorschriften der jeweiligen Gemeinde oder die Straßengesetzesordnung beachtet werden. Nachdem du diese Entscheidung getroffen hast, ist es wichtig, dass du dich für ein Modell entscheidest. Wichtige Fragen sind: Möchtest du Solarzellen? Wie autark möchtest du leben? Willst du eine Badewanne haben? Wie viel Stauraum brauchst du? Welcher Anbieter soll es werden? Welche Dichtungsmaterialien sollen verwendet werden?

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